Tomaten pikieren - Wann und wie?
Tomatenpflänzchen, die man aus eigenen Samen zieht, sollten nach rund drei Wochen pikiert werden, das heißt, aus ihren Anzuchtgefäßen entnommen und in größere Behältnisse verpflanzt werden.
Dabei gibt’s aber einiges zu beachten, damit man die Pflanzen und Wurzeln nicht verletzt.
Pikieren bedeutet eigentlich nichts anderes, als dass man den Pflanzen (und Wurzeln) mehr Raum zur weiteren Entwicklung schafft. Wenn man die Samen, so wie ich, in Tongranulat herangezogen hat, ist die Vorgehensweise sehr einfach und schonend für die Pflanzen.
Benötigt wird dazu:
- Ein sehr scharfes und sauberes, am besten desinfiziertes, Messer
- Etwas, mit dem man Löcher in die Erde machen kann, z.B. ein Pikierstab (in jedem Gartencenter erhältlich) oder etwas Ähnliches…
Ich beschreibe die ganze Vorgangsweise jetzt ganz einfach mal so, wie ich das mit meinen in Tongranulat gezogenen Pflänzchen seit Jahren mache:
- Pflänzchen vorsichtig unter den zwei Keimblättern nehmen und aus dem Granulat rausziehen (Bei Anzuchterde: Bitte vorsichtig die Wurzeln des Pflänzchens freischaufeln.) Das noch anhaftende Granulat oder die Anzuchterde vorsichtig abschütteln.

- Überprüfen. Die Wurzeln sollten schön weiß und kräftig sein. Sind die Wurzeln gelblich bis braun, wurde zu viel gegossen. Diese Pflänzchen werden wahrscheinlich nichts mehr werden, oder zumindest nur mehr sehr schwache Pflanzen.

- Jetzt kommt das scharfe Messer zum Einsatz: Die Wurzeln auf zwei bis drei Zentimeter einkürzen (das regt den Wachstumsprozess spürbar an).

- Die vorbereiteten Gefäße sollten bereits mit Erde/Granulatgemisch gefüllt sein. Dann macht man mit dem Pikierstab oder etwas Ähnlichem ein nicht zu kleines Loch rein, in das die Pflänzchen gesetzt werden.
- Die kleinen Pflänzchen können entweder bis zu den zwei Keimblättern eingesetzt werden, man kann die zwei aber auch völlig unter der Erde verschwinden lassen! Je mehr Stamm unter der Erde ist, desto mehr Wurzeln wird das Pflänzchen produzieren.
- Die Erde um die eingesetzte Pflanze von allen Seiten mit den Fingern gefühlvoll zudrücken. Das wars! In 3 bis 4 Wochen kann in die “letztendlichen” Töpfe umgesetzt werden.

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19. März 2008 11:23
Guter Beitrag.
Ich bin gerade dabei meine Anzucht umzusetzen.
Kann ich weiterhin Anzuchterde verwenden ??
MfG
19. März 2008 12:22
Hallo Keilmonn,
Yep, Anzuchterde kann - meiner Erfahrung nach - ohne Bedenken verwendet werden. Der Vorteil: Die meisten Anzuchterden enthalten schon etwas Dünger (Guano & Co), was sich auch nicht schlecht auf das Wachstum der Pflänzchen auswirken sollte.
Beste Grüße
Henry